Hundefotografie in der Welpenzeit

Welcher Hundebesitzer kennt es nicht? Die Zeit in der der eigene Hund als Welpe seine ersten Lebensmonate verbringt vergeht wie im Flug. Noch dazu verbringt der neue Familienzuwachs die ersten 8 bis 10 Wochen beim Züchter und oft ist es in dieser Zeit nur sehr eingeschränkt möglich sich mit seinem eigenen Hund zu beschäftigen.

Hochwertige Welpenfotos sind eine tolle Erinnerung

Genau deshalb dokumentierte ich regelmäßig die Entwicklung kleiner Welpen beim Züchter. Ich fotografiere meist das erste Mal wenn die Hundewelpen ca. 3 Wochen alt sind. Danach mache ich wöchentlich neue Bilder. Es ist erstaunlich wie schnell die Kleinen wachsen! Oft ist es in dieser Phase für die zukünftigen Besitzer noch gar nicht möglich selbst Bilder ihres Hundes zu machen, da erst später feststeht welcher Hund zu welchem Herrchen oder Frauchen kommt. Wenn Fotos gemacht werden, dann meist Schnappschüsse mit dem Smartphone, die zwar der Erinnerung dienen, aber den Ansprüchen an ein gutes Hundefoto nicht genügen.

Ich möchte mit meinen Welpenfotos den Herrchen oder Frauchen Erinnerungen an die Welpenzeit mitgeben. Mir ist es wichtig hochwertige Hundefotos zu erstellen, die dann auch gerne gedruckt an die Wand gehängt werden können. 

Hundefotografie in der Welpenzeit
Links: 14. November 2019, Rechts: 05. Januar 2020

Wie die fotografische Dokumentation eines Wurfes abläuft

Welpen fotografisch dokumentieren

Ich möchte gerne einen kleinen Einblick in den Ablauf der Dokumentation des letzten Wurfes des MATAKIMA Rhodesian Ridgeback Kennels in Rellingen geben.

Der H-Wurf besteht aus 11 Welpen und ich habe diese über 4 Wochen (von der 3. bis zur 7. Woche) wöchentlich fotografiert. Wir haben die Welpen immer an den gleichen Ort gesetzt, so dass wirklich schöne Bilder entstanden sind, bei denen man von Woche zu Woche die Weiterentwicklung der Hunde sieht. Beim letzten Shooting habe ich dann auch Bilder im Freien und in Bewegung gemacht.

Bei jedem Shooting sind ca. 300 Bilder entstanden, so dass ich für die gesamte Dokumentation ca. 1.200 Bilder fotografiert habe.

Nachbearbeitung des Hundeshootings

Im Anschluss an jedes Shooting nehme ich denn die grundlegende Bearbeitung der Bilder vor:

Bilder importieren und aussortieren

Das Erste was ich nach dem Shooting mache, ist die Bilder auf eine Festplatte zu sichern und anschließen in Adobe Lightroom zu importieren. Anschließend schaue ich mir alle Bilder in der Vollbildansicht an und markiere die unscharfen oder aus anderen Gründen nicht verwendbaren Bilder. Diese lösche ich dann endgültig. Meist betrifft das in etwa ein Drittel der Fotos.

Bilder mit tags versehen (Verschlagworten)

In meiner Ordnerstruktur liegen alle Bilder, die ich von diesem Wurf gemacht habe in einem Ordner. Damit ich später die Bilder eines einzelnen Welpen schnell exportieren kann nutze ich tags (auf Deutsch Stichwörter) die den einzelnen Bildern zugeordnet werden können. 

Ich markiere also alle Bilder eines Welpen und vergebe das entsprechende tag. So habe ich auch nach dem zweiten, dritten und vierten Shooting Ordnung in meinen Bildern.

Basisanpassungen für alle Bilder anwenden

Jetzt habe ich nur noch Bilder die potentiell weitergenutzt werden können. Wer selbst fotografiert und seine Bilder nachbearbeitet kann mit den folgenden Ausführungen bestimmt etwas anfangen, für den Laien sind die Details der Nachbearbeitung wahrscheinlich nicht so interessant. In der Bilderserie unten sieht man, wie sich die einzelnen Schritte der Nachbearbeitung auf das Foto des Hundes auswirken.

Um mir die spätere Arbeit der Nachbearbeitung zu erleichtern wende ich ein paar Entwicklungseinstellungen auf alle Bilder an. Bei Lightroom nennt sich das Stapelverarbeitung. Zu den Anpassungen gehört das Entfernen der chromatischen Aberration, die Objektivkorrektur, die Lichter etwas abzusenken, Tiefen etwas anheben und den Weiß-/Schwarzpunkt zu verschieben. Evtl. noch die Anpassung des Weißabgleichs und die Anpassung der Belichtung, wenn ich im manuellen Modus fotografiert habe.

Erste Bildauswahl für den Export

Ich verschicke nach jedem Shooting 1-2 Bilder pro Welpe an Tanja, damit sie auf ihrer Homepage die Entwicklung des Wurfes zeigen kann. Daher wähle ich als nächstes die zu verschickenden Bilder aus und markiere sie mit einem Stern (Lightroom Funktion).

Alle markierten Bilder bearbeite ich dann individuell um sie anschließend zur Verfügung zu stellen. Meist verschicke ich die Bilder über Dropbox oder Picdrop.

Wenn ich daran denke füge ich beim Export aus Lightroom noch mein Wasserzeichen hinzu, damit auch erkenntlich ist, woher die Bilder kommen.

Alle Bilder in Onlinegalerie zur Verfügung stellen

Damit alle Interessenten zeitnah die Bilder der Welpen sehen können, lade ich sie, nach Welpen sortiert, in eine Onlinegalerie. Dafür nutze ich zur Zeit pictrs.com, ein Shopsystem für Fotografen. Ich vergebe hier für jeden Hund einen Zugangscode, mit dem dann auf die Galerie zugegriffen werden kann. An sich ist es möglich direkt aus dem System Bilder zu bestellen. Es gibt hier diverse Möglichkeiten Bilder drucken zu lassen (Leinwand, Alu-Dibond, Hartschaumplatte oder einfache Fotoabzüge). Ebenso bietet die Plattform die Möglichkeit die Bilder als Download zu kaufen.

Da, wie beschrieben, aber die wenigsten Bilder fertig bearbeitet sind, ergibt die Funktionalität nur eingeschränkt Sinn. Ich nutze die Plattform derzeit eher zum Zeigen der Fotos um dann gezielt die Bilder hochwertig zu bearbeiten, die gekauft werden.

Beispiel der Bildbearbeitung in der Hundefotografie
Links: unbearbeitet, Mitte: mit Basisanpassungen, Rechts: fertig bearbeitet

Ergebnis der Fotodokumentation

Nach 4 Shootings habe ich jetzt 700 Bilder, die in 11 verschiedenen Galerien sortiert sind. Einige der Bilder sind bereits komplett bearbeitet, da ich der Züchterin für ihre Homepage immer wieder Bilder zur Verfügung gestellt habe. Die meisten Bilder wurden nur mit ein paar Basisanpassungen versehen und werden erst von mir bearbeitet, wenn sie jemand kaufen möchte.

Darüber hinaus zeige ich einige Bilder in einer Galerie meiner Homepage.

Ausrüstung für die Hundefotografie, insbesondere Welpendokumentation

Ich habe alle Bilder mit meiner Canon EOS 6D Vollformat DSLR gemacht. Als Objektiv kam bei den meisten Bildern das Canon EF 50mm f/1.8 STM zum Einsatz. Für die Bilder im Freien habe ich das Canon EF 70-200mm f/4L genutzt. Folgend drei Beispielbilder mit den dazugehörigen Einstellungen (Blende, ISO und Verschlusszeit) und den verwendeten Objektiven.

Fazit zur fotografischen Welpendokumentation

Mein Fazit zur fotografischen Dokumentation dieses Wurfes ist überwiegend positiv. Das Wichtigste: es hat mir viel Spaß gemacht und ich freue mich, dass einige Ergebnisse meiner Arbeit auf der MATAKIMA Homepage zu sehen sind. Für mich ist es das Worst-Case-Szenario, wenn ich viel Zeit und Herzblut investiere und die Bilder dann in meinem Archiv verstauben und niemand sie zu sehen bekommt.

Noch nicht so zufrieden bin ich mit meinem "Vertriebsprozess". Ich habe diesmal versucht von Beginn an transparent zu machen, was ich tue und wie Bilder erworben werden können. Allerdings erfüllt das kommerzielle Feedback noch nicht meine Erwartungen. Ich werde im Nachgang nochmal erörtern ob es an der Kommunikation, der Präsentation der Bilder oder an dem Zuschnitt meiner Pakete liegt. 

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Bilder der Welpen aus den ersten Wochen beim Züchter für die späteren Besitzer eine tolle Erinnerung sind. 

Download
Broschüre zur Welpendokumentation
In diesem Faltblatt werden der Ablauf und die Kosten der Welpendokumentation erläutert
Welpendokumentation.pdf
Adobe Acrobat Dokument 30.4 MB

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